50 Jahre Salzburger Literaturforum Leselampe
Buchpräsentation

Alois Hotschnig

Im Sitzen läuft es sich besser davon
© Thomas Boehm

Sechs Geschichten vereint Alois Hotschnig in seinem Band, dessen Titel „Im Sitzen läuft es sich besser davon“ einen Grundzug des Werkes widerspiegelt: Komik und Absurdität, versehen mit einer Portion Groteske. Zum Beispiel wenn sich in „Die kleineren Reisen“ der Alltag eines Rentnerpaars durch die Dreigangmenüs im Altersheim strukturiert und diese die einzigen Abenteuer sind, die den beiden bleiben. Oder wenn der Hund Karl, ungeachtet seiner Bissigkeit von seinen Haltern sowie den Dorfbewohnern geliebt wird, bis sie bemerken, dass seine „Liebkosungen“ heilen können. Im Mittelpunkt der Erzählungen stehen Banalitäten, gepaart mit absurdem Dialog, fehlender Satzlogik und Sprachwitz: „Wenn es Paul nicht gut geht, weil er gesund ist, […] dann müsste es ihm doch gut gehen jetzt, wo es ihm schlecht geht, weil ihm nichts fehlt.“ Trotz der komischen Elemente schwingt in Hotschnigs Texten immer eine Spannung mit, die bedrohlich ist: „Kompakt kommen seine Stücke daher, minimal ist ihre Handlung, aber die ganze Welt gerät darin ins Rutschen“ (Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung).

Alois Hotschnig, geboren 1959 in Kärnten, Studium der Medizin, Germanistik und Anglistik in Innsbruck, wo er als freier Autor lebt. Er erhielt u.a. den Anna-Seghers-Preis (1992) und den Erich-Fried-Preis (2008). Zuletzt erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch „Ludwigs Zimmer“ (Roman, 2000), „Die Kinder beruhigte das nicht“ (Erzählungen, 2006) und „Im Sitzen läuft es sich besser davon“ (Erzählungen, 2009).

Di. 19. Jänner 2010, 20:00 Uhr
Literaturhaus Salzburg