Aufgeblättert
„Aufgeblättert“ werden diesmal folgende literarische Neuerscheinungen: Christa Gürtler stellt den neuen, viel gelobten Roman „Die Arbeit der Nacht“ (Carl Hanser Verlag) des österreichischen Autors Thomas Glavinic vor, eine verstörende und spannende Endzeitvision. Eines Morgens wacht der Protagonist Jonas in Wien auf und muss feststellen, dass er sich in einer menschenleeren Welt befindet. Petra Nagenkögel stellt den 1936 geschriebenen und nun neu aufgelegten Roman „Das Blau des Himmels“ (Matthes & Seitz) des französischen Schriftstellers und Philosophen Georges Bataille zur Diskussion, der den schmalen Grat von Erotik und Tod, von Ausschweifung und Spiritualität inszeniert. Klaus Seufer-Wasserthal präsentiert den neuen Roman von Felicitas Hoppe, die sich in „Johanna“ (S. Fischer Verlag) mit der Figur der Johanna von Orleans auseinandersetzt, einer Frau, die eine Provokation bleibt. Wie geht man mit einer Figur um, die jeder zu kennen glaubt und über die auch in der Kunst längst alles gesagt erscheint. Anton Thuswaldner plädiert für die Lektüre der Autobiographie „Beim Häuten der Zwiebel“, in der Günter Grass vom Ende seiner Kindheit beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erzählt. In den bisherigen heftigen Debatten um das späte politische Geständnis geriet die literaturkritische Auseinandersetzung in den Hintergrund. „Aufgeblättert“ werden die Neuerscheinungen von Christa Gürtler (Literaturwissenschafterin, Lektorin, Leiterin der Leselampe), Petra Nagenkögel (Schriftstellerin), Klaus Seufer-Wasserthal (Buchhändler, Rupertus Buchhandlung), Anton Thuswaldner (Literaturkritiker).
VA-Ort: Rupertus Buchhandlung, Dreifaltigkeitsgasse 12
| Di. 14. November 2006, 19:30 Uhr | |
| Rupertus Buchhandlung | |
| Eintritt frei | |
| Mitveranstalter: Rupertus Buchhandlung, Salzburger Buchwoche |
SALZ 200/20150 Jahre SALZ
Wozu „SALZ“? 50 Jahre später –– Die Kunst der Literaturzeitschrift, so der Titel für das SALZ-Geburtstagsfest zum Jubiläum, weist einerseits auf die Verbindung von bildender Kunst und Literatur seit dem ersten Erscheinen von SALZ und verdeutlicht andererseits, was Literaturzeitschriften (Autor:innen, Künstler:innen und Herausgeber:innen) können: mit Sprache neue Welten schaffen, der literarischen Tradition kritisch verbunden, den dunklen und hellen Seiten in der Geschichte und politischen Fragestellungen gegenüber aufmerksam und offen bleiben.
Vieles hat sich geändert in 50 Jahren. Die Literatur hat ihren Stellenwert in der Stadt der Musik behauptet, viele ...
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