Das, was passiert | Literatur im Gespräch

Christian Lorenz Müller

Unerhörte Nachrichten
© Johannes Amersdorfer

Christian Lorenz Müllers neuer Roman entwirft ein fiktives Szenario: Deutschland sperrt dauerhaft seine Grenzen für Vertriebene. In einer Stadt im Westen Österreichs drängen sich daraufhin tausende Flüchtlinge – eine Situation, die für den Lokaljournalisten Ingo Prähausner wie geschaffen scheint. Seine exklusiven Berichte von der Grenze erregen international mediales Aufsehen. So kann er sein finanziell angeschlagenes Anzeigenblatt retten. Zur gleichen Zeit fühlt er sich von einer geflüchteten Frau, die er bei sich aufgenommen hat, an ein Ereignis erinnert, das Jahrzehnte zurückliegt: Während sich die Lage in der Stadt immer weiter zuspitzt, reist der Redakteur zurück in die 1990er Jahre, zurück zu sechs Tagen in Bosnien, die sein Leben für immer verändert haben. In einer bilderreichen, expressiven Sprache erzählt Müller von einem Mann, der sich auf den Weg in die Vergangenheit macht, um zu sich selbst zu finden.

Christian Lorenz Müller, geb. 1972 in Rosenheim, lebt und arbeitet seit 2005 in Salzburg. Er ist Prosaredakteur der deutschen Literaturzeitschrift „Konzepte“ und leistet Projektarbeit im Kunst- und Literaturbereich. Zuletzt erschien der Roman „Ziegelbrennen“ (Otto Müller Verlag, 2018).

Mo 14. Dezember 2020, 19:30 Uhr
Literaturhaus
Vollpreis: 10,– € | Ermäßigt: 8,– € | Mitglied: 6,– €
Reservierung: T. 0662 422 411 oder karten@literaturhaus-salzburg.at
Büchertisch: Rupertus Buchhandlung