Der Kalte Krieg schreibt Literaturgeschichte
Dass es in Österreich 1945 weder im Literaturbetrieb noch in der Politik eine Stunde Null im Sinne eines sauberen Neustarts gegeben hat, ist bekannt. Weniger bekannt ist, wie nachhaltig die Zeitstimmung aus raschem Vergessenwollen und Reintegration der ehemaligen Nationalsozialisten im Interesse des Kalten Krieges die (Literatur-)Geschichte der gesamten Zweiten Republik prägt. Die vielen gefälschten und geschönten Lebensläufe „fälschen“ das Bild der Erinnerungskultur bis heute.
Im Abstand von einem halben Jahrhundert kann eine Neubesichtigung Kanonisiertes von H. C. Artmann bis Hans Weigel, von Ernst Jandl bis Gerhard Fritsch, hinterfragen und die sogenannte Avantgarde der 1950er Jahre ebenso neu bewerten wie die radikal vergessene realistische Erzähltradition der Zeit. Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Kipferln, solange der Vorrat reicht – zeigt die renommierte Literaturkritikerin und -wissenschafterin Evelyne Polt-Heinzl, wie eine solche Neubewertung die Langzeitfolgen des Kalten Krieges für unser Bild der Epoche sichtbar macht und auch manche Mythen und Legenden der Literaturgeschichtsschreibung aufzeigen kann.
| Do. 06. Februar 2020, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus | |
| Vollpreis: 7,– € | Ermäßigt: 5,– € | Mitglied: 5,– € |
SALZ 203Lieben
Die genaue Beobachtung, die intensive Wahrnehmung sind die Grundlagen der Welterkenntnis, des Kunstschaffens, der Literatur. Sie verbinden die Trägerin des Rauriser Literaturpreises 2026 Sophie Hunger mit dem Träger des Fördungspreises Andreas Neuhauser – auch wenn ihreTexte ganz unterschiedliche Sujets für uns Leser:innen unters literarische Mikroskop gelegt haben. Lesen Sie diese so unterschiedliche Literatur, hier versammelt in SALZ durch die Rauriser Literaturtage, kundig kuratiert von Ines Schütz und Manfred Mittermayer zum ältesten und allumfassendsten Thema: ...
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