Der Tod und das Mädchen
Die meisten von uns denken bei „Tod und Mädchen“, bei diesem Paar des sinnreichen Gegensatzes, wahrscheinlich an Franz Schuberts Streichquartett oder an seine Vertonung des Gedichts von Matthias Claudius. Die Begegnung des Lebendigen mit dem Toten, des Begehrenswerten mit dem Schauerlichen, des Weiblichen mit dem Männlichen steht hier im Zeichen der Melancholie.
Ganz anders im Totentanz und in den Todesbildern des 15. und 16. Jahrhunderts, die das Sujet erfunden und entwickelt haben: Hier inszenieren Tod und Mädchen körper- und frauenfeindliche Vorstellungen, die sich auf mittelalterliche Traditionen der Weltverachtung zurückführen lassen. Kunsttheoretisch aufschlussreich ist der Konflikt zwischen modernen, renaissancehaften und konservativen, mittelalterlichen Darstellungsformen, die in „Tod und Mädchen“ zusammentreten und so eine schwierige Schwellenzeit plastisch in Text und Bild setzen.
Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Gebäck, so lange der Vorrat reicht – wird Manfred Kern, Literaturwissenschafter am Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg, die Geschichte des Sujets bis in die jüngere Modefotografie verfolgen, um „Tod und Mädchen“ als lohnende Aufgabe einer konkreten kulturwissenschaftlichen Arbeit begreifbar zu machen.
| Do. 19. April 2007, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
SALZ 202Nahaufnahmen 31
Auch in der 202ten Ausgabe von SALZ wird vorgestellt und zurückgeblickt, geehrt, gratuliert und gedankt. Und weiter gefeiert. Mit den beiden Festvorträgen von Werner Michler und Anna Maria Stadler, aber auch mit den Beiträgen von Zsuzsanna Gahse und Martin Amanshauser gibt es einen kleinen Rückblick auf das SALZ-Jubiläum. 1975 ist auch das Salzburger Literaturjahr, dem Harald Gschwandtner in der Reihe „Vor Ort“ seine Aufmerksamkeit widmet. /// Gleichzeitig nehmen die Nahaufnahmen die Aufgabe von Literaturzeitschriften wahr – sie präsentieren und stellen damit die aktuellste Salzburger Literatur mit prämierten Texten, ...
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