Die unbekannte Größe
Der Schriftsteller Ernst BraunerErnst Brauner (1928-2019) gehört zu den großen Unbekannten der österreichischen Literatur. Wir müssen ihn uns als einen Schriftsteller vergegenwärtigen, der am Literaturbetrieb vorbei gearbeitet hat und von diesem kaum beachtet wurde. Das ist seltsam, weil er einer der großen Individualisten war, keiner Schule verpflichtet, keinen Moden unterworfen, von keinen Trends beeinflusst. Er arbeitete konsequent an seinen Büchern, die von einem inneren Drang gezeichnet sind. Das entspricht Kriterien einer unabhängigen Qualität, die gerade in der Literatur etwas zählen sollten.
Brauner wurde seine Eigenwilligkeit zum Verhängnis. Was ihn bewegte, forderte nicht unbedingt die literarischen Ambitionen seiner Zeitgenossen heraus. Er stand stets woanders als seine deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen. Das erschwert die Rezeption, weil Kritiker nicht wissen, wo sie ihn verorten sollten. An seinem Werk lassen sich nicht Trends festmachen und Tendenzen aufspüren, als Singulär zieht er das durch, was er machen muss, und nicht, was gerade gefragt ist. So ist er einer der großen Unbekannten geblieben, nicht weil er ästhetischen Ansprüchen nicht genügt hätte, sondern weil er auf Eigenwilligkeit drängte.
Der Literaturkritiker Anton Thuswaldner gibt beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Kipferln, solange der Vorrat reicht – Einblick in das literarische Werk des ‚großen Unbekannten‘ Ernst Brauner.
| Do. 05. März 2020, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus | |
| Eintritt frei |
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Die genaue Beobachtung, die intensive Wahrnehmung sind die Grundlagen der Welterkenntnis, des Kunstschaffens, der Literatur. Sie verbinden die Trägerin des Rauriser Literaturpreises 2026 Sophie Hunger mit dem Träger des Fördungspreises Andreas Neuhauser – auch wenn ihreTexte ganz unterschiedliche Sujets für uns Leser:innen unters literarische Mikroskop gelegt haben. Lesen Sie diese so unterschiedliche Literatur, hier versammelt in SALZ durch die Rauriser Literaturtage, kundig kuratiert von Ines Schütz und Manfred Mittermayer zum ältesten und allumfassendsten Thema: ...
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