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Literaturfrühstück mit Cornelius Hell

„Ich bin ein Mystiker und glaube an nichts“

Zum 30. Todestag des rumänisch-französischen Denkers E. M. Cioran
© WikiCommons

„Skepsis ist eine Übung in Entfaszination“, schrieb E. M. Cioran. Seit ich seine Aphorismenbände „Syllogismen der Bitterkeit“, „Vom Nachteil, geboren zu sein“, „Gevierteilt“ oder „Der zersplitterte Fluch“ gelesen habe und ihm zweimal in Paris begegnet bin, haben mich seine Provokationen nie ganz losgelassen. Noch immer ist es eine Mischung aus Faszination und Irritation – Irritation, weil Ciorans luzide Skepsis alle Weltanschauungen und Überzeugungen unterminiert; Irritation aber auch, weil Cioran selbst in jungen Jahren vom rumänischen Faschismus und von Hitler fasziniert war. Dass das sein Denken nicht total beschädigt hat, zeigt sich auch darin, dass Ilse Aichinger in ihrem Spätwerk niemanden so oft zitiert wie Cioran.

Cioran fasziniert durch den Stil, der unabdingbar zu seinem Werk gehört, denn: „Mit Gewißheiten kann man keinen Stil machen. Die Sorgfalt des sprachlichen Ausdrucks ist das Privileg jener Menschen, die in keinem Glauben Ruhe finden.“

1984 hat Cornelius Hell sein erstes Buch über Cioran geschrieben, zu seinem 80. Geburtstag 1991 mit Sendungen über ihn seine Arbeit im ORF und im Bayerischen Rundfunk gemacht. Nun widmet er dem Autor ein Literaturfrühstück. „Ohne ihn“, schreibt Cornelius Hell, „wäre mein Leben anders verlaufen.“

Kaffee und Kipferl ab 9.45 Uhr und solange der Vorrat reicht.

Cornelius Hell, geb. in Salzburg, lebt als mehrfach ausgezeichneter Übersetzer aus dem Litauischen, Autor und Literaturkritiker in Wien; 2022 erschien u. a. seine Übersetzung des Gedichtbandes „Variation auf das Thema Erwachen“ von Tomas Venclova im Hanser Verlag.

Do. 02. Oktober 2025, 10:30 Uhr
Literaturhaus
Vollpreis: 7,– € | Ermäßigt: 5,– € | Mitglied: 5,– €
Reservierung: T. 0662 422 411 oder karten@literaturhaus-salzburg.at