Joseph Zoderer
Das SchildkrötenfestLoris ist auf der Suche nach dem Leben, auf der Suche nach sich Selbst – „Er lebte, er spürte, wie er sich Zeit ließ, um zu leben“ – und geht auf Reisen. 1200 Meilen ist die Busfahrt in Mexiko lang. Neben ihm sitzt Nives. Auch sie ist unterwegs zu sich selbst. Vorerst scheint es eine zufällige Begegnung zu sein, doch beide werden schon bald in einen Strudel der Liebe hineingezogen und ebenso schnell wieder herausgeworfen. Das Wunder kommt und geht als Laune des Schicksals. Zoderers Roman „Das Schildkrötenfest“ erzählt von der Sehnsucht nach der Eindeutigkeit der Gefühle, von dem Abenteuer des Sich-Verliebens und von den Fluchtmanövern, die wir alle inszenieren, um nicht schutzlos dazustehen. Die Handlung in diesem Roman vollzieht sich ohne Vergangenheits- und Zukunftsperspektive, sie ist ganz und gar im Sein und Jetzt verankert. Sie wird in einem Atemzug erzählt und kann auch so gelesen werden.
| Mi. 13. November 1996, 20:00 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
SALZ 205Das Gedicht ergibt sich nicht
Neue Gedichte von 21 Lyrikerinnen und Lyrikern sind in disem SALZ zu lesen. Sie führen von Japan bis auf den Karst, von Italien nach Georgien. Aber wichtiger als die geografischen Orte sind die Sprach- und Worträume, die sie öffnen. Margret Kreidl hat diese Ausgabe geplant, die Vorgabe für die eingeladenen Autor:innen war lediglich, sich auf zwei Seiten zu beschränken. Und es ist ihr gelungen, eine Vielfalt der Gegenwartslyrik in SALZ zu versammeln – von Uljana Wolf und Gerhard Rühm bis zu Carla Lorenz und Natascha Gangl, die mit „Die Folgen“ die genau konzipierte Lyrik-Ausgabe eröffnet.
In den einleitenden ...
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