Lachdichter
„‘Humor’ ist nicht nur ein höllisches Wort, sondern auch in sich verdächtig. Humor verlangen die Wiener Fiaker, die ihre Passagiere prellen, Wohnungsamts- und Krankenkassenbeamte. Spaß muß sein: Unter der Chiffre ‘Würstelstand’ ist am Meidlinger Markt ein Caféhaus zu verkaufen. Der zoologische Garten Schmiding bei Krenglbach (Oberösterreich) bietet nicht nur zum Muttertag ‘lebende Gänsegeier, Pfauen und Krokodile’. Wer es in diesen Tagen noch lustiger haben will, kann für eine Weile in die Seniorenresidenz Armbrustergasse gehen, wo ‘auch kleine Haustiere’ willkommen sind.“ (Ilse Aichinger) Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Gebäck – werden Astrid Graf, Herausgeberin der Anthologie „lach-dichter“ (Residenz Verlag) mit launiger Lyrik aus Österreich, und Christa Gürtler den Spuren des Humors und der Komik in der Literatur nachgehen. Frauen verstehen keinen Spaß. Was finden Frauen witzig? Sind österreichische Schriftsteller und Schriftstellerinnen besonders launig? „launige lyriker lästern lautstark über langohren in leitenden positionen, lavieren leicht und listig durch die legislativen, liebäugeln latent mit den leichen-erzeugern und leihen ihr ohr auch den lebensmüden; sie lassen lachwörter heran an die letzten dinge und den tod einen ‚leiwanden haberer‘ sein.“ (lach-dichter)
| Do. 06. Februar 2003, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
SALZ 200/20150 Jahre SALZ
Wozu „SALZ“? 50 Jahre später –– Die Kunst der Literaturzeitschrift, so der Titel für das SALZ-Geburtstagsfest zum Jubiläum, weist einerseits auf die Verbindung von bildender Kunst und Literatur seit dem ersten Erscheinen von SALZ und verdeutlicht andererseits, was Literaturzeitschriften (Autor:innen, Künstler:innen und Herausgeber:innen) können: mit Sprache neue Welten schaffen, der literarischen Tradition kritisch verbunden, den dunklen und hellen Seiten in der Geschichte und politischen Fragestellungen gegenüber aufmerksam und offen bleiben.
Vieles hat sich geändert in 50 Jahren. Die Literatur hat ihren Stellenwert in der Stadt der Musik behauptet, viele ...
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