Leselust und Lesesucht. Das Lesen im Roman um 1800
Nicht immer wurden Bücher so gelesen, wie wir das heute tun. Die Praxis des Lesens veränderte sich im Laufe der Geschichte, je nachdem, ob laut oder leise, einsam oder in Gesellschaft, zur religiösen Versenkung oder zur Unterhaltung gelesen wurde. Unsere moderne Lesekultur bildete sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts heraus, als die Zahl der Lesefähigen stark anstieg und die Romanlektüre zu einem festen Bestandteil der bürgerlichen Lebenspraxis wurde. Bemerkenswert ist nun, daß diese Revolution der Lesekultur damals auch zu einem florierenden Thema der Literatur wurde. Ein großer Teil der Diskussion über die Hoffnungen, Erwartungen und Ängste, die das Romanlesen auslöste, fand im Medium des Romans selbst statt. Paradoxerweise wurde sogar die Kritik an der Romanlektüre in Romanform geäußert. Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Gebäck – wird der Literaturwissenschaftler Günther Stocker, Universität Wien, drei lesende Helden in drei prominenten Romanen des 18. Jahrhunderts vorstellen: Goethes ‚Werther‘, Wielands ‚Don Sylvio von Rosalva‘ und Moritz´ ‚Anton Reiser‘. Auf der Basis ausgewählter Leseszenen wird dabei nicht nur die Geschichte, sondern auch die Zukunft der Lesekultur zur Debatte stehen.
Veranstalter: Salzburger Literaturforum Leselampe
| Do. 03. Juni 2004, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
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Die genaue Beobachtung, die intensive Wahrnehmung sind die Grundlagen der Welterkenntnis, des Kunstschaffens, der Literatur. Sie verbinden die Trägerin des Rauriser Literaturpreises 2026 Sophie Hunger mit dem Träger des Fördungspreises Andreas Neuhauser – auch wenn ihreTexte ganz unterschiedliche Sujets für uns Leser:innen unters literarische Mikroskop gelegt haben. Lesen Sie diese so unterschiedliche Literatur, hier versammelt in SALZ durch die Rauriser Literaturtage, kundig kuratiert von Ines Schütz und Manfred Mittermayer zum ältesten und allumfassendsten Thema: ...
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