Literatur und Widerstand
Vom Begriff „engagierte Literatur“ halte sie nichts, meinte Ilse Aichinger einmal. Es sein Pleonasmus. Denn wenn sie nicht von vornherein engagiert wäre, wäre sie keine. Dennoch sind die Formen, Stilrichtungen und Themenstellungen von Literatur, die sich mit Gedichten, Erzählungen, Essays oder Theaterstücken gegen das Bestehende wenden, von größter Vielfalt. „Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt“, schrieb Güther Eich in seinem Hörspiel „Träume“ in den fünfziger Jahren. Widerstand mit Worten kann offen auftreten, lautstark sein Recht einfordern, sich gegen Menschen, Systeme oder Weltanschauungen wenden. Er kann sich aber auch, wie in Diktaturen üblich, in ein verbergendes Gewand hüllen, sich verschlüsselt ausdrücken, um keine eindeutige Handhabe für Verfolgung und Repressalien zu bieten. Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Gebäck – wird Brita Steinwendtner, Leiterin der Rauriser Literaturtage, Schriftstellerin und Literaturkritikerin einige Mosaiksteine zum umfassenden Bild von Literatur und Widerstand zur Diskussion stellen.
| Do. 06. April 2000, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
SALZ 203Lieben
Die genaue Beobachtung, die intensive Wahrnehmung sind die Grundlagen der Welterkenntnis, des Kunstschaffens, der Literatur. Sie verbinden die Trägerin des Rauriser Literaturpreises 2026 Sophie Hunger mit dem Träger des Fördungspreises Andreas Neuhauser – auch wenn ihreTexte ganz unterschiedliche Sujets für uns Leser:innen unters literarische Mikroskop gelegt haben. Lesen Sie diese so unterschiedliche Literatur, hier versammelt in SALZ durch die Rauriser Literaturtage, kundig kuratiert von Ines Schütz und Manfred Mittermayer zum ältesten und allumfassendsten Thema: ...
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