50 Jahre Salzburger Literaturforum Leselampe
ZEITgeschichteN

Margit Schreiner

Buch der Enttäuschungen
© Alfred Pittertschatscher

„Wir denken zu Recht, dass wir nicht das sind, was wir scheinen und wofür sie uns halten, und deshalb müssen wir immer wieder aufpassen, dass wir nicht erwischt werden bei den Täuschungen.“ Margit Schreiners jüngster Roman, das „Buch der Enttäuschungen“, zeichnet diesmal aus der Perspektive einer achtundsiebzig- jährigen, bereits verstorbenen Frau das Leben als eine Kette von falschen Träumen und Illusionen nach. Die körperlichen und seelischen Zurichtungen beginnen bei der Geburt und beherrschen Kindheit und Jugend, spätestens mit der Pubertät startet der vergebliche und lebenslange Versuch, Körper und Geist an geschlechtsspezifische Normen anzupassen und weil das nie gelingen kann, beginnt der schwierige Täuschungsprozess. Am Ende des Lebens wird der Mensch wieder so hilflos wie als Kleinkind, die ideologischen Glücksversprechen erweisen sich als „Scherbenhaufen“. Margit Schreiner zieht die tragikomische Bilanz eines Lebens, die bestimmt ist von der Erkenntnis, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt. Margit Schreiner, geboren 1953 in Linz, lebt nach langjährigen Aufenthalten in Tokyo, Paris, Rom und Berlin derzeit in Linz. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise. Zuletzt erschienen ihre Trilogie der Trennungen: „Nackte Väter“ (2000), „Haus, Frauen, Sex.“ (2001), „Heißt lieben“ (2003) und der Roman „Buch der Enttäuschungen“ (2005), alle im Schöffling Verlag.

Fr. 19. Mai 2006, 20:00 Uhr
Bibliothek Elixhausen
Eintritt frei