50 Jahre Salzburger Literaturforum Leselampe
betrifft: Beziehungen

Margit Schreiner

Haus.Frauen.Sex.
© Alfred Pittertschatscher

Marie-Thérèse! Zwanzig Jahre habe ich Resi gesagt, und auf einmal soll ich Marie-Thérèse sagen. Glaubst Du, das ändert etwas? Es hat sich schon etwas geändert, denn Marie-Thérèse hat ihren Mann verlassen. Doch der Mann steht fassungslos vor diesem Ereignis und kann und will es nicht verstehen. Sein wortgewaltiger Monolog an die abwesende Frau kreist immer wieder um die Frage: Warum hast Du das getan? In einem fulminanten Stück Rollenprosa läßt Margit Schreiner in ihrem jüngsten Roman ‚Haus, Frauen, Sex.‘ einen Mann sich selbst entblößen. Und daß es in seiner Abrechnung nicht nur um seine Frau, sondern das weibliche Geschlecht insgesamt geht, wird nur allzu deutlich. Während der Mann in seiner Rede die Details aus dem Alltag von 20 Ehejahren Revue passieren läßt, demonstriert er auf beklemmende Weise seine Ansichten von Liebe, die auf Verachtung und Haß gegründet scheinen. Margit Schreiner, geboren 1953 in Linz, lebt nach Jahren in Japan, Paris, Berlin und in der Nähe von Rom als freie Schriftstellerin wieder in ihrer Geburtsstadt. Zahlreiche Publikationen, u.a. im Haffmans Verlag: Mein erster Neger(1990), Die Unterdrückung der Frau, die Virilität der Männer, der Katholizismus und der Dreck (1995), Nackte Väter (1997) und zuletzt Haus, Frauen, Sex (2001) in der Neuauflage im Schöffling Verlag.
Büchertisch: Rupertus Buchhandlung

Mi. 20. März 2002, 20:00 Uhr
Literaturhaus Salzburg