50 Jahre Salzburger Literaturforum Leselampe
Lesung

Nava Ebrahimi

Sechzehn Wörter
© Katrin Ohlendorf

„Es gibt Wörter, die wir nicht kennen. Deren Bedeutung wir aber erahnen. Als wären sie immer schon hier gewesen. Als hätten sie schon immer in uns gewohnt. Und manchmal wollen sie endlich ausgesprochen werden.“

 

Als ihre Großmutter stirbt, diese eigenwillige Frau, die stets einen unpassenden Witz auf den Lippen hatte, beschließt Mona, ein letztes Mal in den Iran zu fliegen. Der Rückflug in ihr Kölner Leben zwischen Coworking und Clubszene ist schon gebucht. Doch ihr iranischer Langzeitliebhaber Ramin überredet sie zu einem Abschiedstrip nach Bam, in jene Stadt, die fünf Jahre zuvor von einem Erdbeben komplett zerstört wurde. Die Fahrt wird für Mona zu einer Konfrontation mit ihrer Herkunft, über die vieles im Ungewissen ist. Aber manchmal wird uns das Fremde zum heimlichen Vertrauten. Und über das, was uns vertraut schien, wissen wir so gut wie nichts.

Mit Witz und Lakonie durchquert dieser Roman die kulturellen Traditionen des Iran, er umkreist Fragen von Sprache und Identität und zeichnet auf so kluge wie vergnügliche Weise den Blick der Einen auf die Anderen nach, wobei jeweils wechselt, wer die Einen und wer die Anderen sind.

Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln. Sie arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times und als Nahost-Referentin. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, Teilnahme an der Bayerischen Akademie des Schreibens. „Sechzehn Wörter“ ist Nava Ebrahimis Debütroman.

 

Mo. 5. März 2018, 19:30 Uhr
Panoramabar, Stadtbibliothek, Schumacherstraße 14
Eintritt frei
Reservierung: 0662 80722450
Mitveranstalter: prolit, Frauenbüro der Stadt Salzburg, Stadt:Bibliothek
Büchertisch: Rupertus Buchhandlung