Petra Nagenkögel
Dahinter der Osten‚An den Bahnhöfen Menschen, sie warten, steigen ein, andere aus, es ist die Zeit, wo die Arbeit schon getan und ein Traum noch nicht zum Greifen ist. Lena sieht den Menschen zu, beim Gehen, Stehen, Warten. (…) Und denkt, daß sie alles so machen, als wäre es selbstverständlich, mit einem Ziel vor Augen, das nur sie selber kennen, und manchmal vielleicht einem kleinen Glück. Als wäre aus dem Gehen, Stehen, Warten schon ein Leben zu machen, von dem einer sagen kann, das gehört mir.‘ Nach zwei Jahrzehnten kehrt Lena, eine Frau Ende dreißig, in ihre Geburtsstadt zurück. Scheinbar ziellos erkundet sie die Stadt, beobachtet, begegnet Menschen. Ihre Bewegung durch die Stadt entwickelt sich zu einer Recherche in die eigene, verdrängte und lange abgewehrte Geschichte, die sich mit Erinnerungssplittern an jene der Eltern- und Großelterngeneration vermengt. Ausgelöst durch einen Besuch bei der Mutter, werden traumatische Bilder aus der Kindheit wieder präsent, Erfahrungen von Gewalt und Sprachlosigkeit, Spuren, die unauslöschbar scheinen, in den Körper eingeschrieben. Der assoziativen Logik des Gedächtnisses folgend, entwirft Petra Nagenkögel in ihrem Debütroman ‚Dahinter der Osten‘ in einer kunstvollen und sinnlichen Sprache Momentaufnahmen einer Suche nach Geschichte und Identität.
Petra Nagenkögel, geboren 1968 in Linz, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Salzburg, wo sie auch lebt und in der Literaturvermittlung arbeitet. Veröffentlichungen in Zeitschriften und im Rundfunk, erhielt mehrere Literaturstipendien, u.a. das Jahresstipendium des Landes Salzburg. ‚Dahinter der Osten‘ ist ihre erste Buchveröffentlichung (Residenz Verlag 2002).
| Mo. 11. März 2002, 20:00 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
SALZ 202Nahaufnahmen 31
Auch in der 202ten Ausgabe von SALZ wird vorgestellt und zurückgeblickt, geehrt, gratuliert und gedankt. Und weiter gefeiert. Mit den beiden Festvorträgen von Werner Michler und Anna Maria Stadler, aber auch mit den Beiträgen von Zsuzsanna Gahse und Martin Amanshauser gibt es einen kleinen Rückblick auf das SALZ-Jubiläum. 1975 ist auch das Salzburger Literaturjahr, dem Harald Gschwandtner in der Reihe „Vor Ort“ seine Aufmerksamkeit widmet. /// Gleichzeitig nehmen die Nahaufnahmen die Aufgabe von Literaturzeitschriften wahr – sie präsentieren und stellen damit die aktuellste Salzburger Literatur mit prämierten Texten, ...
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