Renate Welsh und die österreichischen Geschichtsmythen
„Leider gibt es ja so gut wie nichts, mit dem Kinder in ihrer Lebenswirklichkeit nicht konfrontiert würden. Da wird nicht lange nach Zumutbarkeit gefragt“, erklärte Renate Welsh in ihrer Poetikvorlesung. Deshalb seien Kindern und Jugendlichen auch in der Literatur vermeintlich schwierige historische Themen zumutbar. In Romanen wie „Johanna“, „Besuch aus der Vergangenheit“ und „Dieda oder Das fremde Kind“ setzt sich die Autorin mit der Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert auseinander. Der Mikrokosmos der Familie oder der Dorfgemeinschaft fungiert dabei als Abbild staatlicher Ordnungssysteme und politischer Konfliktfelder. Einzelne Figuren repräsentieren Denkweisen und Argumentationsmuster, die für die nationale Identitätsbildung in der Zweiten Republik maßgeblich waren und teilweise heute noch sind. Die jungen Protagonistinnen erwachen im Laufe der Erzählungen zu kritischem Bewusstsein und entwickeln trotz widriger Umstände einen eigenständigen Standpunkt.
Beim Literaturfrühstück gibt die Literaturwissenschaftlerin Renate Langer – wie immer bei Kaffee und Kipferl, solange der Vorrat reicht – Einblick in das Werk der Autorin Renate Welsh.
| Do. 06. April 2017, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus | |
| Vollpreis: 6,– € | Ermäßigt: 4,– € | Mitglied: 4,– € |
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Die genaue Beobachtung, die intensive Wahrnehmung sind die Grundlagen der Welterkenntnis, des Kunstschaffens, der Literatur. Sie verbinden die Trägerin des Rauriser Literaturpreises 2026 Sophie Hunger mit dem Träger des Fördungspreises Andreas Neuhauser – auch wenn ihreTexte ganz unterschiedliche Sujets für uns Leser:innen unters literarische Mikroskop gelegt haben. Lesen Sie diese so unterschiedliche Literatur, hier versammelt in SALZ durch die Rauriser Literaturtage, kundig kuratiert von Ines Schütz und Manfred Mittermayer zum ältesten und allumfassendsten Thema: ...
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