Schwesternbilder
Wer kennt sie nicht aus Kindheitstagen, das arme Aschenputtel und seine bösen Stiefschwestern, Goldmarie und Pechmarie oder Schneeweißchen und Rosenrot? – Prototypen der Geschwister-konstellation. Aber die Märchen rücken nicht so sehr die Beziehung der Schwestern in den Mittelpunkt, als vielmehr den Weg zu Leben und Glück oder dessen Verfehlung. Anders die Literatur. Neben den großen Themen Liebe und Eltern-Kind-Beziehung finden wir von den Anfängen bis heute immer wieder das besondere Verhältnis von Geschwistern zueinander in den Mittelpunkt spannender oder unterhaltsamer Dichtung gerückt. Und immer geht es um tiefe menschliche Gefühle – um Nähe, Vertrauen, Verbundenheit oder auch Ablehnung, Feindschaft, Entfremdung. Welche Ursachen können Schwestern-Bindungen verstärken oder verkümmern lassen, und welches Band hält sie dennoch ein Leben lang zusammen, selbst bei ganz unterschiedlichem Schicksalsverlauf? Welche Rolle spielt in ihrem Verhältnis zueinander die natürliche Rangfolge durch die Geburt, das Verhältnis zur Mutter oder zum Vater? An fünf Abenden bietet die Literatur-Werkstatt mit Ilse Gottschall die Möglichkeit, anhand von Auszügen aus Prosatexten von Barbara Frischmuth, Peter Härtling, Keto von Waberer, Gabriele Wohmann Isabella Bossi Fedrigotti u. a. Schwesternbilder in der zeitgenössischen Literatur zu betrachten, sich zu fragen, welche realen Elemente schwesterlicher Existenz sie transportieren – oder welche verformten Bilder von Schwesternbeziehungen – und welche Rückschlüsse sie auf Frauenbild und Frauenbeziehungen in unserer Gesellschaft zulassen.
Ilse Gottschall, geboren 1936 in Königsberg, Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Köln, Journalistik und Kunstgeschichte in München, Promotion. Arbeit am Goethe-Institut und als freie Mitarbeiterin beim ORF, zuletzt Lehrtätigkeit, seit 1977 Wahlsalzburgerin und langjährige Leiterin der Literaturwerkstatt.
Anmeldung:
Literaturforum Leselampe
Strubergasse 23
5020 Salzburg
Tel 42 27 81, Fax –27
e-mail: leselampe@literaturhaus-salzburg.at
Termine: 6. & 20. Okt., 3. & 17. Nov., 1. Dez. jeweils 19.30 Uhr
| Mo. 06. Oktober 2003, 19:30 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
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Die genaue Beobachtung, die intensive Wahrnehmung sind die Grundlagen der Welterkenntnis, des Kunstschaffens, der Literatur. Sie verbinden die Trägerin des Rauriser Literaturpreises 2026 Sophie Hunger mit dem Träger des Fördungspreises Andreas Neuhauser – auch wenn ihreTexte ganz unterschiedliche Sujets für uns Leser:innen unters literarische Mikroskop gelegt haben. Lesen Sie diese so unterschiedliche Literatur, hier versammelt in SALZ durch die Rauriser Literaturtage, kundig kuratiert von Ines Schütz und Manfred Mittermayer zum ältesten und allumfassendsten Thema: ...
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