Silvio Blatter
„Das Rebellische, das Nachdenkliche auch“ rühmte Heinrich Böll an Silvio Blatter, „die Ruhe, die voller Konflikte ist, in der Zündschnüre schwelen.“ Blatters zentrales Werk ist die Romantrilogie „Tage im Freiamt“. Das Freiamt, eine katholische Enklave im Südosten der Schweiz, ist das Herkunftsland des Autors und Schauplatz seiner Romane, in denen er ein ganzes Panorama von Lebensschicksalen entwickelt und den historischen Horizont durch gekonnte Schnitte mit einbezieht. Blatter diagnostiziert den Verlust an Heimat, die rücksichtslose Ausbeutung und Zerstörung der Landschaft. Aber gegen die Übermacht der Fakten haben „Zuversicht“, „Rückhalt“ und „Widerstand“ das letzte Wort in den Freiamt-Romanen. Der Roman „Wassermann“ spielt auf drei verschiedenen Zeitebenen, Heimat-Bildern werden Kontraste entgegengesetzt. „Das blaue Haus“ erzählt die Lebensgeschichte eines Weltreisenden und Schwindlers – des Großvaters. Blatter ist ein Vollbluterzähler, der seine Phantasie in faszinierende Bilder ausufern läßt.
| Do. 02. April 1992, 20:00 Uhr | |
| Mitveranstalter: Rauriser Literaturtage |
SALZ 203Lieben
Die genaue Beobachtung, die intensive Wahrnehmung sind die Grundlagen der Welterkenntnis, des Kunstschaffens, der Literatur. Sie verbinden die Trägerin des Rauriser Literaturpreises 2026 Sophie Hunger mit dem Träger des Fördungspreises Andreas Neuhauser – auch wenn ihreTexte ganz unterschiedliche Sujets für uns Leser:innen unters literarische Mikroskop gelegt haben. Lesen Sie diese so unterschiedliche Literatur, hier versammelt in SALZ durch die Rauriser Literaturtage, kundig kuratiert von Ines Schütz und Manfred Mittermayer zum ältesten und allumfassendsten Thema: ...
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