Stadt.Ansichten
Großstadt ist ein Phänomen, dessen Darstellung in allen Künsten seit der Moderne zu neuen, oft verwirrenden Ausdrucksformen geführt hat, ein Medium, das Veränderung bewirkt. Seit den achtziger Jahren spricht man von einer Renaissance der Großstadterzählung. Allerdings verrät ein Blick auf zeitgenössische Texte, daß das Ich nicht mehr wie einst Malte Laurids Brigge (Rilke) oder Franz Biberkopf (Döblin) der radikale Schock in der Metropole trifft. Die Expressionisten schwankten zwischen Großstadtverdammung und Großstadtverklärung. Modifiziert trägt Stadt dieses Doppelgesicht bis heute. Noch immer erweckt sie Erwartungen auf Erfolg, Glück, Freiheit, … auf Milliarden neuer Sterne (Angela Krauß).
Nicht von ungefähr ermitteln die berühmtesten Detektive der Kriminalliteratur in Großstädten! Das detektivische Motiv wird auch anderen Großstadttexten gern unterlegt, z.B. bei Paul Auster und Inka Parei. Es gibt bevorzugte Metropolen, deren Anziehungskraft nicht nachzulassen scheint: New York oder Berlin. Andere, wie Rom, Paris oder Wien, tragen am Erbe ihres kulturhistorisch vertrauten Bildes, das alle Veränderungen auch in der Postmoderne hartnäckig zu überlagern scheint. Und es gibt ‚unsichtbare Städte‘ (Italo Calvino), die in keinem anderen Handlungszusammenhang stehen als dem des Schreibens. Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Gebäck – wird Ilse Gottschall, Leiterin der Literatur-Werkstatt im Rahmen der ‚Leselampe‘, einen Einblick in das Thema vermitteln und Leseanregungen geben.
Veranstalter: Salzburger Literaturforum Leselampe
| Do. 07. Oktober 2004, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
SALZ 200/20150 Jahre SALZ
Wozu „SALZ“? 50 Jahre später –– Die Kunst der Literaturzeitschrift, so der Titel für das SALZ-Geburtstagsfest zum Jubiläum, weist einerseits auf die Verbindung von bildender Kunst und Literatur seit dem ersten Erscheinen von SALZ und verdeutlicht andererseits, was Literaturzeitschriften (Autor:innen, Künstler:innen und Herausgeber:innen) können: mit Sprache neue Welten schaffen, der literarischen Tradition kritisch verbunden, den dunklen und hellen Seiten in der Geschichte und politischen Fragestellungen gegenüber aufmerksam und offen bleiben.
Vieles hat sich geändert in 50 Jahren. Die Literatur hat ihren Stellenwert in der Stadt der Musik behauptet, viele ...
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