Tomer Gardi
Liefern
„Liefern“ ist ein globaler, episodischer Roman über Menschen am Rand des Wohlstands, die sich mit Arbeit als Essenslieferanten über Wasser halten. In fünf Städten – Tel Aviv, Delhi, Istanbul, Buenos Aires und Berlin – verfolgt „Liefern“ ihre Wege. Filmon, ein eritreischer Geflüchteter in Tel Aviv, fährt unter falschem Namen und träumt davon, seine Frau und seine Tochter in Berlin wiederzusehen. In Delhi manövriert sich die alleinerziehende Mutter Sachin mit ihrem Sohn auf dem Rücksitz ihres Motorrad durch das Chaos der Diwali-Straßen, während eine Liebesaffäre zwischen einer deutschen und einem argentinischen Austauschstudenten entsteht. In Istanbul führt ein Literaturpreis zu einem Protest von Kurierfahrern, der die Stadt lahmlegt; in Buenos Aires jagt eine trauernde Mutter dem Handy ihres verstorbenen Sohnes durch die Straßen hinterher; und in Naivasha, Kenia, schneidet eine junge Frau Rosen für die Liebenden dieser Welt.
Durch diese miteinander verflochtenen Geschichten entwirft „Liefern“ ein Porträt unserer globalisierten Gegenwart – einer Welt, in der Arbeit, Migration und Technologie Leben über Kontinente hinweg miteinander verbinden und trennen.
Tomer Gardi, geb. 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, lebt als Schriftsteller in Berlin. Sein Debüt „Stein, Papier“ erschien 2011 auf Hebräisch und 2013 in deutscher Übersetzung. 2016 erschien sein Roman „Broken German“. Für den Roman „Eine runde Sache“ erhielt er 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse. Seine Arbeiten wurden mehrfach mit renommierten Stipendien ausgezeichnet. Für „Liefern“ (Klett Cotta Verlag) hat Tomer Gardi über drei Jahre in sechs Städten vor Ort recherchiert.
Die Lesung findet im Rahmen der Stefan Zweig Poetikvorlesung zum Thema „Wer ist Wir“ statt. Alle Informationen zur Vorlesung und zu den Terminen finden Sie hier.
| Di. 05. Mai 2026, 19:00 Uhr | |
| Edmundsburg | |
| Eintritt frei | |
| Reservierung: | |
| Moderation: Petra Nagenkögel | |
| Mitveranstalter: Universität Salzburg, Fachbereich Germanistik, Stefan Zweig Zentrum | |
| Büchertisch: Rupertus Buchhandlung |
SALZ 202Nahaufnahmen 31
Auch in der 202ten Ausgabe von SALZ wird vorgestellt und zurückgeblickt, geehrt, gratuliert und gedankt. Und weiter gefeiert. Mit den beiden Festvorträgen von Werner Michler und Anna Maria Stadler, aber auch mit den Beiträgen von Zsuzsanna Gahse und Martin Amanshauser gibt es einen kleinen Rückblick auf das SALZ-Jubiläum. 1975 ist auch das Salzburger Literaturjahr, dem Harald Gschwandtner in der Reihe „Vor Ort“ seine Aufmerksamkeit widmet. /// Gleichzeitig nehmen die Nahaufnahmen die Aufgabe von Literaturzeitschriften wahr – sie präsentieren und stellen damit die aktuellste Salzburger Literatur mit prämierten Texten, ...
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