Twinni – Texte zum Teilen
zu Emilie Mataja, Gabriele Tergit und May Ayim
Literarische Stimmen wiederentdecken oder neu kennenlernen: Um auch bereits verstorbenen Autorinnen und ihrem Schreiben Aufmerksamkeit schenken zu können, gibt es „Twinni – Texte zum Teilen“. Presenterinnen, selbst Autorinnen, stellen jeweils eine Autorin vor und laden ein, Texte und Persönlichkeiten (neu) zu entdecken, gemeinsam zu lesen und darüber zu sprechen. In Kleingruppen kommen die Leser*innen und Zuhörer*innen in den Austausch und können spontane Emotionen und Eindrücke teilen.
Bettina Balàka spricht über die österreichische Autorin Emilie Mataja (1855-1938), Sabine Scholl über die deutsche Autorin Gabriele Tergit (1894-1982) und Katherina Braschel stellt die deutsche Lyrikerin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung May Ayim (1960-1996).
Dauer: ca. 1 Stunde
Sabine Scholl, geb. 1959 in Grieskirchen. Nach einigen Auslandsaufenthalten seit 2019 in Wien. Für ihre Romane und Essays hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den Anton-Wildgans-Preis 2018 und den Oberösterreichischen Landespreis für Literatur 2020.
Bettina Balàka, geb. 1966 in Salzburg, lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, Theaterstücke und Hörspiele. Vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Körner-Preis (2004), dem Salzburger Lyrikpreis (2006, gemeinsam mit Hans Augustin) und dem Friedrich-Schiedel-Literaturpreis (2008).
Katherina Braschel, geb. 1992 in Salzburg, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien, lebt und arbeitet als freie Schriftstellerin in Wien. Ihr Debütroman „Heim holen“ ist 2026 im Residenz Verlag erschienen.
Emilie Mataja (1855–1938, Pseudonym: Emil Marriot), war eine der erfolgreichsten österreichischen Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Sie schrieb 14 Romane, Novellen, Erzählungen, Theaterstücke und Feuilletons. Ihre Werke thematisieren bürgerliche Lebenswelten, Geschlechterrollen, Moral, Religion und soziale Konflikte und galten oft als provokant. 2026 erscheint ihr Roman „Anständige Frauen“ im Haymon Verlag, herausgegeben von Bettina Balàka und Katharina Prager.
May Ayim, geb. 1960 in Hamburg. Zwei Gedichtbände, in denen Themen wie Rassismus, Heimatlosigkeit, Liebe, die deutsche Einheit und Beziehungen verhandelt werden. Sie war zentral bei der Gründung der ISD („Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“) und ADEFRA („Afrodeutsche Frauen – Schwarze Frauen in Deutschland“). Nach ihrem Freitod 1996 erhielt sie ab 2009 Ehrungen des offiziellen Deutschland, blieb aber bisher in Österreich wenig bekannt.
Gabriele Tergit (1894-1982), jüdische Autorin, Journalistin, schrieb Romane und sozialkritische Gerichtsreportagen in der Weimarer Republik, flüchtete 1933 in die Tschechoslowakei, ab 1939 lebte sie in London. Nach Kriegsende wurden ihre Manuskripte von deutschen Verlagen abgelehnt. Erst nach ihrem Tod wurden ihre Texte wieder verlegt. 2021 erschien ihr autobiographischer Roman „So war’s eben“.
| Sa. 30. Mai 2026, 14:00 Uhr | |
| Treffpunkt: Festzentrum Kurpark | |
| Eintritt frei | |
| Reservierung: www.literaturfest-salzburg.at | |
| Mitveranstalter: Literaturfest Salzburg | |
| Büchertisch: Rupertus Buchhandlung |
SALZ 202Nahaufnahmen 31
Auch in der 202ten Ausgabe von SALZ wird vorgestellt und zurückgeblickt, geehrt, gratuliert und gedankt. Und weiter gefeiert. Mit den beiden Festvorträgen von Werner Michler und Anna Maria Stadler, aber auch mit den Beiträgen von Zsuzsanna Gahse und Martin Amanshauser gibt es einen kleinen Rückblick auf das SALZ-Jubiläum. 1975 ist auch das Salzburger Literaturjahr, dem Harald Gschwandtner in der Reihe „Vor Ort“ seine Aufmerksamkeit widmet. /// Gleichzeitig nehmen die Nahaufnahmen die Aufgabe von Literaturzeitschriften wahr – sie präsentieren und stellen damit die aktuellste Salzburger Literatur mit prämierten Texten, ...
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