Leben.Schreiben. Autobiographien.
Der viel zitierte Titel von Johann Wolfgang von Goethes berühmter Lebensdarstellung „Dichtung und Wahrheit. Aus meinem Leben“ verweist auf die Grundspannung, in der jegliche Form autobiographischen Schreibens steht. Auf der einen Seite beanspruchen Autobiographien, authentische Lebenserfahrung wiederzugeben, also das gelebte Leben der Verfasserin oder des Verfassers so darzustellen, „wie es wirklich war“. Auf der anderen Seite ist es aber offenkundig, daß die Autobiographie diesem Anspruch nicht gerecht werden kann. Denn niemand ist in der Lage, die subjektive Wahrnehmungsperpektive einfach abzustreifen und hinter sich zu lassen. Dieses prekäre Verhältnis von Wahrheit und Dichtung ist eines der literaturtheoretischen Probleme der Gattung Autobiographie und macht gleichzeitig die Faszination dieses Genres von Goethe bis zur jüngsten Literatur aus. Beim Literaturfrühstück – wie immer bei Kaffee und Gebäck – wird Ulrike Tanzer, Universitätsassistentin am Institut für Germanistik in Salzburg, anhand von Textbeispielen die Autobiographie als Ort der Auseinandersetzung mit Identität und Ich näher ins Visier nehmen.
| Do. 07. Februar 2002, 10:30 Uhr | |
| Literaturhaus Salzburg | |
SALZ 205Das Gedicht ergibt sich nicht
Neue Gedichte von 21 Lyrikerinnen und Lyrikern sind in disem SALZ zu lesen. Sie führen von Japan bis auf den Karst, von Italien nach Georgien. Aber wichtiger als die geografischen Orte sind die Sprach- und Worträume, die sie öffnen. Margret Kreidl hat diese Ausgabe geplant, die Vorgabe für die eingeladenen Autor:innen war lediglich, sich auf zwei Seiten zu beschränken. Und es ist ihr gelungen, eine Vielfalt der Gegenwartslyrik in SALZ zu versammeln – von Uljana Wolf und Gerhard Rühm bis zu Carla Lorenz und Natascha Gangl, die mit „Die Folgen“ die genau konzipierte Lyrik-Ausgabe eröffnet.
In den einleitenden ...
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