Saša Stanišić
Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne
In seinem neuen Buch widmet sich Saša Stanišić dem permanenten Grübeln an den Kreuzwegen unserer Biografie, an denen man doch einen überraschenderen Weg hätte gehen, eine unübliche Wahl hätte treffen oder eine Lüge hätte aussprechen können. Was wäre, wenn man nicht diese eine Entscheidung getroffen hätte?
Saša Stanišić sammelt in „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ (Luchterhand Verlag, 2024) Geschichten, in denen es noch möglich ist, eine unübliche Wahl zu treffen oder die eine gute Lüge auszusprechen. So etwa beschließt die Reinigungskraft, mit einer Bürste aus Ziegenhaar in der Hand, endlich auch das Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Der Justiziar ist bereit zu betrügen, um endlich gegen seinen achtjährigen Sohn im Memory zu gewinnen. Und der deutsch-bosnische Schriftsteller reist zum ersten Mal nach Helgoland, um in einem schummrigen Lokal festzustellen, dass er schon einmal auf Helgoland gewesen ist.
Die Veranstaltung findet nach Möglichkeit bei Schönwetter vor dem Literaturhaus auf dem H.C. Artmann Platz statt.
Saša Stanišić, geb. 1978 in Višegrad (Jugoslawien), lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Erzählungen und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Stanišić erhielt u.a. 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse für „Vor dem Fest“ und zuletzt für „Herkunft“ (beide Luchterhand Verlag) den Deutschen Buchpreis 2019. Er lebt und arbeitet in Hamburg.
| Sa. 29. Juni 2024, 19:30 Uhr | |
| Literaturhaus | |
| Vollpreis: 12,– € | Ermäßigt: 10,– € | Mitglied: 8,– € | |
| Reservierung: T. 0662 422 411 oder karten@literaturhaus-salzburg.at | |
| Büchertisch: Rupertus Buchhandlung |
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Die genaue Beobachtung, die intensive Wahrnehmung sind die Grundlagen der Welterkenntnis, des Kunstschaffens, der Literatur. Sie verbinden die Trägerin des Rauriser Literaturpreises 2026 Sophie Hunger mit dem Träger des Fördungspreises Andreas Neuhauser – auch wenn ihreTexte ganz unterschiedliche Sujets für uns Leser:innen unters literarische Mikroskop gelegt haben. Lesen Sie diese so unterschiedliche Literatur, hier versammelt in SALZ durch die Rauriser Literaturtage, kundig kuratiert von Ines Schütz und Manfred Mittermayer zum ältesten und allumfassendsten Thema: ...
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